Konstantin der Große, der um 275 geboren wurde und bis 337 gelebt hat, zählt zu einer der größten und bedeutendsten Herrscher der römischen Antike. Im Zuge seiner langen Herrschaft war er aufgrund seiner intensiven Förderung des Christentums, die als sogenannte Konstantinische Wende in die Geschichte einging, der entscheidende Wegbereiter für ein fundamental anders geprägtes Religionsdenken. Durch ihn kam es innerhalb des Imperium Romanum zur endgültigen Abkehr von der alten heidnischen Götterverehrung hin zum christlich-monotheistischen Glauben.
Als Konstantin im Jahre 306 nach einer äußerst siegreichen Schlacht in Britannien von seinen Soldaten zum Augustus (Kaiser) erhoben wurde, entschloss er sich nur den Caesaren-Titel anzunehmen. Dennoch wurde die dadurch existierende tetrarchische Führungs-Ordnung, die aus 2 Augusti (Senior-Kaiser) sowie 2 Caesaren (Junior-Kaiser) bestand, entscheidend verändert. Nachdem Konstantin im Jahre 307 zwischenzeitlich zum Kaiser ausgerufen worden war und dieser Titel ihm jedoch bereits 308 wieder aberkannt worden war, wurde er endgültig nach einer gescheiterten Intrige des ebenso nach einer Kaiserherrschaft strebenden Maximian 310 zum Augustus gekrönt. Zum unangefochtenen Herrscher des westlichen römischen Reiches stieg Konstantin schließlich am 28. Oktober 312 auf.
An dem Tag schlug er seinen Rivalen um die Thronherrschaft, Maxentius, in der geschichtsträchtigen Schlacht bei der Milvischen Brücke. Nach einer Legende hatte Konstantin am Vorabend des Kampfes eine Erscheinung in Form eines christlichen Kreuzes, auf dem der Schriftzug stand: "In hoc signo vinces - mit diesem Zeichen wirst du siegen". Am nächsten Tag siegte Konstantin gegen eine 2- bis 3-fache gegnerische Übermacht. Nach seinem überwältigenden Sieg soll Konstantin, da er glaubte, dass er diesen alleine Gottes Hilfe verdankte, die sonst üblichen heidnischen Opfergaben abgelehnt haben..
Dass Konstantin ein gläubiger Christ war, ist zwar vielfach umstritten, dass er aber ein großer Förderer der damals noch recht jungen Religion war, dagegen nicht. Durch seine Initiative ging eine Stärkung der Bischöfe hervor, indem er ihre Stellung innerhalb des Reiches erhöhte. Darüber hinaus erfolgte für die christliche Kirche an sich durch Schenkungen in Form von Ländereien und dem Bau von großen Kirchenbauwerken (wie z.B. die Lateransbasilika oder Alt-St. Peter) eine große Aufwertung. Ab 324 verschwanden auf den Münzen die heidnische Symbolik und mehr und mehr wurden wichtige Ämter an christliche Gläubige vergeben, wodurch weiter der heidnische Glaube entscheidend zurückgedrängt wurde.
Da jedoch beide Reichshälften noch von verschiedenen Kaisern regiert wurden, gab es trotzdem noch große religiöse Spannungen im Imperium Romanum. Nachdem Konstantin jedoch Licinius, den Kaiser des östlichen römischen Reiches, 325 besiegt hatte und töten lies, stieg er zum alleinigen Kaiser des gesamten römischen Reiches auf. Im Jahre 325 hielt er auch das Erste Konzil von Nicäa ab, was das erste ökumenische Konzil überhaupt war und dessen dort beschlossenes Glaubensbekenntnis noch die Glaubensgrundlage vieler heutiger Christen ist. 330 verlegte er den Reichshauptsitz von Rom in das nach ihm umbenannte Konstantinopel (ehemals Byzanz).
Vom 2. Juni bis 4. November 2007 fand die bisher größte Konstantinausstellung in Trier statt, in der deutschen Stadt, in der Konstantin der Große während seiner Caesaren-Herrschaft u.a. wohnte. Der Schirmherr der Ausstellung war Bundespräsident Host Köhler und in Zusammenarbeit des Landes Rheinland Pfalz, der Stadt Trier und des Bistums Trier wurde sie nach einer Planungszeit von ungefähr 3 Jahren fertiggestellt. Als ein Hauptprojekt gehörte diese zum Programm "Luxemburg und Großregion Kulturhauptstadt Europas 2007".
Aus über 20 Ländern und 160 weltweit renommierten Museen wurden in 3 verschiedenen Museen, dem Rheinischen Landesmuseum Trier, dem Städtischen Museum Simeonstift sowie dem Dom- und Diözesanmuseum, die jeweils verschiedene Themenschwerpunkte hatten, insgesamt cirka 1.400 Exponate zur Schau gestellt.
Um die 350.000 Eintrittskarten wurden während der gut 5 Monate lang gehenden Ausstellung verkauft und sagenhafte 800.000 Besucher gezählt. Die verschiedenen Themenblöcke in den einzelnen Museen, die mit ihren zahlreichen Exponaten auf so viel Resonanz stießen, waren hierbei:
"Herrscher des Römischen Imperiums" (Rheinisches Landesmuseum Trier) - hier wurde mit einzigartigen Skulpturen, Marmorporträts, antiken Schmuckgegenständen, Waffen und anderen Kulturgütern versucht sowohl Konstantin als Herrscher als auch die spätantike Welt dem Besucher näher zu bringen. Ein Highlight unter den Ausstellungsstücken war hier eine drei Meter große Nachbildung des Kopfes der antiken Konstantinstatue.
"Tradition und Mythos" (Städtisches Museum Simeonstift) - an diesem Ausstellungsort wurde auf den Einfluss Konstantins auf andere Herrscher, die ihn zum Vorbild hatten (wie z.B. Karl dem Großen), und sein Nachwirken im Mittelalter und in der Neuzeit eingegangen. Außerdem wurde auch der Aufstieg und die Machtgewinnung des Christentums durch den großen Herrscher thematisiert. Viele Gemälde, Zeichnungen und Ikonenbilder stellten dies unter Beweis.
"Der Kaiser und die Christen" (Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum) - in diesem Museum wurde gezeigt, welchen konkreten Einfluss die starke Förderung Konstantins für das Christentum bedeutete. Wie sehr durch ihn die heidnischen Götter und der heidnische Kultus mehr und mehr verschwanden und christliche Symboliken und Bräuche an deren Stelle traten, die dort u.a. anhand von Schmuck, Malereien und Sarkophagen offengelegt wurden.
Zur Konstantinausstellung in Trier ist ein 500 Seiten großer Katalog erstellt worden, in dem zahlreiche wissenschaftlichen Beiträge enthalten sind, zusätzlich liegt diesem eine CD-ROM anbei, in der auf die Exponate eingegangen wird. Herausgegeben wurde der Katalog von Alexander Demandt und Josef Engemann. Wer mehr für seine Bildung tun will, kann heute von den vielen Möglichkeiten von Fernstudium und Weiterbildung profitieren.


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